Wie behauptet sich der aeroscan gegenüber den drei bekanntesten Fitness-Checks:
Herzfrequenztest, Laktattest und Spiroergometrie?

Vergleich zwischen aeroscan, Laktattest, Spiroergometrie, ...

Fitness-Check durch... Spiroergometrie Laktatmessung Messung der Herzfrequenzvariabilität aeroscan
Kann der individuelle Energie­stoff­wechsel zur Bestimmung von optimalen Trainingsbereichen exakt vermessen werden? ja nein nein ja
Ist der Test für Probanden nicht-invasiv (unblutig)? ja nein ja ja
Ist der Test der Goldstandard der Sportmedizin? ja nein nein ja
Kann ich den Test in weniger als 10min absolvieren/durchführen? nein nein ja ja
         

Fazit

+ Gold­standard der Sport­medizin, Energie­stoff­wechsel wird vermessen

- sehr zeit­aufwändig
- sehr kompliziert

- invasiv, Inter­pretation der Ergebnisse selbst für Profis schwierig, Energie­stoff­wechsel wird nicht ver­messen

+ sehr einfacher, schneller Test

- Energie­stoff­wechsel wird nicht vermessen

+ Gold­standard der Sport­medizin, Energie­stoff­wechsel wird ver­messen, schnelle und einfach inter­pretierbare Test­ergebnisse

         
 

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Herzfrequenztest

Herzfrequenz Herzfrequenzen von 30-jährigen Männern an der anaeroben Schwelle (rot = Faustformel „200 minus Alter“) nach RÖCKER K entnommen aus: KUSCH M., NÜSSER S.: Training im Griff, 2. Auflage 2008, ISBN 3-935185-42-1

Soll das Herz als Bewertungskriterium für die persönliche Fitness herangezogen werden, sind zwei Werte gebräuchlich: die Herzfrequenzvariabilität und die Herzfrequenz. Insbesondere in Ruhe kann der zeitliche Abstand zwischen zwei Herzschlägen variieren, das Herz unrhythmisch schlagen. Die Abweichung der momentanen Herzfrequenz von einer streng rhythmischen Folge wird als Herzfrequenzvariabilität (HRV) bezeichnet. Bei der Entwicklung des Fitness-Checks mittels HRV-Vermessung wurde zunächst die HRV eines Probanden in Ruhe und anschließend dessen körperliche Leistungsfähigkeit unter Belastung mit dem Goldstandard der Sportmedizin bestimmt. Es wurden also spiroergometrische Daten erhoben. Einige Hundert dieser Tests wurden anschließend in einer Statistik vereinigt. Die Anwendbarkeit dieser Statistik auf das Gros der Millionen Fitness-Kunden oder Individualsportler weltweit ist jedoch fraglich.

Auch diverse Faustformeln, wie z.B. "200 minus Lebensalter", beruhen auf Statistiken. Wie sehr die Herzfrequenz an der sogenannten anaeroben Schwelle bei gleichaltrigen Personen streuen kann, ist in der nachfolgenden Abbildung dargestellt. Konkrete Aussagen über Fitness-Zustände sind daher alleinig über die Herzfrequenz nicht verlässlich.

Laktattest

Laktat, also das Salz der Milchsäure, ist ein Produkt des anaeroben Stoffwechsels. Diese Substanz entsteht in trainingswissenschaftlich relevanter Höhe erst bei intensiven Belastungen, also dann, wenn die Muskulatur über Lunge und Kreislauf nicht mehr genügend Sauerstoff zur Deckung des Energiebedarfs erhält. Bei einem Laktattest wird dem Probanden mehrfach Blut aus dem Ohrläppchen oder dem Finger entnommen und später auf den Laktatgehalt hin analysiert. Das Ganze geschieht mittels eines Stufentests unter definierter körperlicher Belastungen bis die körperliche Ausbelastung erreicht ist. Der Test dauert in der Regel zwischen 30 und 60 Minuten, inklusive Vorbereitung.

Ziel der Analyse der Laktatwerte ist die Ermittlung der sogenannten anaeroben Schwelle, d.h. des Bereichs der körperlichen Belastung, bei dem sich Laktat-Produktion und Laktat-Abbau gerade noch in einem Gleichgeweicht befinden. Die Vielzahl von mathematischen Schwellenmodellen, mit denen die anaerobe Schwelle errechnet werden soll, machen es einem Laien fast unmöglich, dem Sportler eine valide Information über dessen Trainingszustand zu geben. Zudem gibt es bis heute kein einheitliches Schwellenkonzept. Ein weiteres Problem ist, dass die Verfahren untereinander kaum zu vergleichen sind, da sowohl die Untersuchungsmethodik als auch die Art der Belastung (Fahrrad oder Laufband oder ...) Auswirkungen auf die Ergebnisse haben. Insgesamt ist diese Methode also eher den Profis vorbehalten.

In der Praxis werden außerdem oft Schwellenmodelle angewendet, die nicht zur vorher durchgeführten Untersuchung passen. Das bekannteste Modell nach Professor Mader, die sogenannte 4 mmol- Schwelle, wurde z. B. ausschließlich für Läufer entwickelt und ist für Radsportler völlig ungeeignet. So werden die Ergebnisse des Sportlers nicht verbessert. Im schlimmsten Fall sinkt sogar die Leistungsfähigkeit und auch die Motivation durch falsches oder zu intensives Training. Um valide Aussagen mit der Laktatdiagnostik zu erhalten, ist erhebliches Expertenwissen sowohl in der Grundlagentheorie als auch in der Praxis und Handhabung der Geräte notwendig.

Beim Laktattest wird- wie bei der Vermessung der Herzfrequenzvariabilität - von einem ursprünglich individuell gemessenen Wert am Ende eine Trainingsempfehlung gegeben, die auf statistischen Grundlagen beruht und prozentual abgeschätzt wurde. Dass die Statistik der Laktatmessung zum Teil weit neben einer individuell richtigen Trainingsempfehlungen liegen kann, wurde mehrfach wissenschaftlich belegt. Und schließlich darf ein Laktattest aufgrund der Blutentnahme eigentlich nur von einem Arzt durchgeführt werden.

Test mittels Spiroergometrie

Die Spiroergometrie wird seit Jahren als der Goldstandard in der Sportmedizin bezeichnet. Hier wird der Sportler auf einem Ergometer seiner Wahl einer definierten Belastung ausgesetzt. Der Test inklusive Vorbereitung dauert ca. 60 Minuten. Im Gegensatz zum Laktattest ist dieses Verfahren nicht invasiv; dem Probanden muss also kein Blut abgenommen werden. Bei einer solchen Atemgasanalyse werden die Ein- und Ausatemgase des Sportlers analysiert. Über eine Atemmaske wir jeder einzelne Atemzug genau auf die Anteile an Sauerstoff (VO2) und Kohlendioxid (VCO2) hin überprüft. Des Weiteren werden bei dieser klinisch-medizinischen Untersuchungsmethode das gesamte geatmete Volumen sowie die Atemfrequenz gemessen. Dazu bilden der respiratorische Quotient (RQ), also der Quotient aus Kohlendioxidabgabe (VCO2) und Sauerstoffaufnahme (VO2) sowie die höchste maximale Sauerstoffaufnahmekapazität (VO2max) weitere wichtige Parameter in der klassischen Auswertung einer Spiroergometrie.

Da die Analysesysteme ausschließlich aus dem klinisch-medizinischen Bereich stammen, stellen Sie die Auswertung der oben genannten Parameter entsprechend komplex dar. Die Entwicklung der "Neun-Felder-Grafik" durch K. Wasserman, auch "Wasserman-Neun" genannt, spielt hier eine entscheidende Rolle. Anhand der ermittelten Werte können sich Mediziner ein Bild über Krankheitsursachen ihrer Patienten oder über den Verlauf bestimmter Krankheitsbilder machen.

Aus den "Wasserman-Neun" Rückschlüsse auf den Trainingszustand eines Sportlers zu ziehen oder gar eine Empfehlung für individuelle Trainingsbereiche zu geben, ist überaus kompliziert. Daher nutzen Sportmediziner und Diagnostiker in der Regel den ermittelten Wert der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2max) als Bruttokriterium der körperlichen Leistungsfähigkeit. Die VO2max zeigt an, wie viel Sauerstoff der Körper bei maximaler Belastung pro Minute zur Energiegewinnung aufnehmen kann. Zugleich wird die Herzfrequenz gemessen, die bei diesem VO2max-Wert anliegt. Um die individuellen Trainingsbereiche zu bestimmen, wird nun angenommen, dass bei 60% der so ermittelten Herzfrequenz ein optimaler Trainingsbereich z. B. für Grundlagentraining liegt. Diese Annahme basiert auf statistischen Mittelwerten, die für den einzelnen Sportler jedoch nicht unbedingt zutreffen. Damit ergibt sich, ähnlich wie beim Herzfrequenzvariabilitätstest und beim Laktattest, ein großer Nachteil für den Sportler und dessen individuelles Training.

Ähnlich wie bei einem Laktattest muss der Sportler maximal ausbelastet werden. Das ist für diesen nicht nur unangenehm, sondern für den Trainer oder Leistungsdiagnostiker mit Risiken behaftet, falls im Bereich hoher Belastungen plötzlich medizinische Komplikationen eintreten. Nicht umsonst ist dieser Test nur von einem Arzt und mit einem vorsorglich bereitzuhaltenden Defibrillator durchzuführen.

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aeroscan, die Energie­stoff­wechselanalyse

Der aeroscan baut auf dem Goldstandard der Sportmedizin, der Spiroergometrie auf. Das bedeutet: auch beim aeroscan wird jeder Atemzug auf seine Sauerstoff- (VO2) und Kohlendioxid- (VCO2) Zusammensetzung hin untersucht. Allerdings muss beim aeroscan der Proband nicht ausbelastet werden und der Test dauert nur wenige Minuten. Zudem verzichtet der aeroscan gänzlich auf statistische Daten, um Aussagen über korrekte individuelle Trainingsbereiche zu geben. Dies wird dadurch erreicht, dass der aeroscan andere Bezugsgrößen zur Auswertung heranzieht. Sportwissenschaftlich untersucht wurden diese Bezugsgrößen u. a. von einer Forschergruppe um den Niederländer Professor  Dr. Asker Jeukendrup. Es handelt sich hierbei um eine Energie­stoff­wechselanalyse mit der exakt gemessen werden kann, bei welcher Belastung der Sportler noch ausreichend Fettsäuren oder bereits vorrangig Kohlenhydrate zur Energiegewinnung nutzt. Da der aeroscan atemzuggenau den respiratorischen Quotient (RQ), also den Quotient aus Kohlendioxidabgabe (VCO2) und Sauerstoffaufnahme (VO2) bestimmen kann, lässt sich der Energie­stoff­wechsel für jeden Probanden individuell messen. Anhand dieser Messung kann durch die spezielle Auswertesoftware sofort und auch für Laien verständlich direkt auf individuelle Trainingsbereiche geschlossen werden. Das geht sogar so einfach, dass die Vermessung des Energie­stoff­wechsels und die anschließende Auswertung der Testdaten innerhalb von 10 Minuten vorliegen können. Ohne Ausbelastung, ohne Statistik und ohne Atemmaske.

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